Familienmodelle

Bearbeitet von: Redaktion Erfahrungsschatz

 

Unsere Gesellschaft ist geprägt von einem kunterbunten Mix des Zusammenlebens. Singlehaushalt, Lebensgemeinschaft, gleichgeschlechtliche Beziehungen, Patchwork-, Klein- oder Großfamilie … Während die einen den Niedergang des „klassischen“ Familienmodells beklagen, leben andere die ungeahnten Freiheiten aus – und fühlen sich sehr wohl dabei.

 

Die Familie – ein Chamäleon

Was ist überhaupt eine Familie? In der Tat hat sich nicht nur die Struktur, sondern allein die Bedeutung des Wortes enorm gewandelt. Der Ursprung des Begriffs kommt von Famulus = der Haussklave. Mit der Familie war der gesamte Hausstand eines Mannes gemeint: Ehefrau, Sklaven, Kinder und sogar Vieh gehörten zur „Familia“.

Das Modell, das wir heute kennen: Vater, Mutter, Kinder - ist eine recht junge Konstellation. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde die bürgerliche Familie, basierend auf der Liebesheirat, zum Ideal, das bis heute unsere Vorstellung der Gesellschaft prägt.

Spätestens in den wilden Sechzigern wurde dieses Modell in Frage gestellt. Allen voran Uschi Obermaier und Rainer Langhans, die mit ihrer Kommune 1 den Aufstand gegen verkrustete Lebensformen probten. Mit Sprüchen wie: „Wer zweimal mit derselben pennt, gehört schon zum Establishment“ verhöhnten die Revolutionäre die Spießigkeit und Enge der Kleinfamilie. Der neue Zeitgeist brachte den Stein ins Rollen … Heute sind offene Beziehungen, Lebensgemeinschaften, Patchworkkonstellationen und Regenbogenfamilien (Familien mit gleichgeschlechtlichen Partnern) keine Seltenheit mehr.

 

Die Zahl der Singlehaushalte wächst

Die neue Freiheit hat ihren Preis. Während die Anzahl der Singlehaushalte weiterhin wächst, vermissen viele den Rückhalt von verlässlichen Familienstrukturen. Eine große Verunsicherung macht sich breit. Welches ist das richtige Lebensmodell? Allgemeingültige Antworten gibt es nicht. Jeder muss seinen Weg finden – und das ist nicht leicht.

Viele junge Menschen sehnen sich wieder nach der klassischen Familie und dem sicheren Hafen der Ehe. Bloß – „Bis dass der Tod Euch scheidet“ ist nur noch selten der Fall. Mittlerweile wechselt fast jeder Zweite im Laufe seines Lebens den Ehepartner. Wurden in den 1970er Jahren rund 15 von 100 Ehen in Westdeutschland geschieden, waren es zu Beginn der 1990er Jahre mit 30 Scheidungen schon doppelt so viele. Einen Höhepunkt erreichte die Scheidungshäufigkeit Anfang  des neuen Jahrtausends - die Scheidungsrate stieg auf über 40 Prozent! Allerdings ist unsere Lebenserwartung auch enorm angestiegen.

 

Die klassische Familie – ein Auslaufmodell?

Wo geht die Reise hin? Werden wir irgendwann nur noch in Single-Haushalten oder Wohngemeinschaften leben? Kommt eine Renaissance der Klein- oder gar Großfamilie auf uns zu?  Oder bewähren sich die jüngeren Modelle des Zusammenlebens?

Welche Erfahrungen haben Sie mit neuen und alten Familienmodellen? Leben Sie noch das klassische Ideal? Haben Sie eine Patchworkkonstellation? Sind sie alleinerziehend oder Single? Oder leben gar mehrere Generationen unter Ihrem Dach?

 

Lesen Sie die Erfahrungen anderer Mitglieder
Übermittlung Ihrer Stimme...
Bewertungen: 4.8 Sterne - 5 Stimme(n)
Klicken, um Artikel zu bewerten.