Mode kommt in die besten Jahre
Bearbeitet von: Redaktion Erfahrungsschatz.net
In den letzten Jahren fand ein deutlicher Bewusstseinswandel statt, der einen Trend auslöste: Neben jungen, makellos schönen und überschlanken Models betrat ein neuer Typ Frau die Werbe- und Modebühne. Plötzlich verkörpern jene, die weder jung noch Models sind, ein neues realitätsnahes Schönheitsideal.

Bewusstseinswandel statt Jugendkult
Frauen, die aktiv sind, mitten im Leben stehen, kommen gut an und besetzen Rollen, die früher nur der Jugend vorbehalten waren. Ihre lebensbejahende Haltung drücken sie auch durch ihre Kleidung aus. Gerade Mode macht schließlich in jedem Alter Spaß.
Von Problemzonen zu Schokoladenseiten
Statt ganze Körperpartien zu „Problemzonen“ zu erklären, besinnen sich Frauen heute darauf, ihre Schönheit zu betonen. Die Mode kennt unendlich viele Spielarten, lange Beine, schöne Dekolletees, schlanke Taillen oder gepflegte Hände hervorzuheben. Jede Frau hat vorteilhafte Seiten, wichtig ist, es diese zu erkennen und die Kleidung so zu wählen, dass der Blick auf die Glanzzonen gelenkt wird. Wie das geht? Zunächst mit einer Bestandsaufnahme:
Gehen Sie mit kritischem Blick durch Ihren Kleiderschrank und misten Sie Stücke, die Ihre Vorzüge nicht zur Geltung bringen, konsequent aus. Hosen, die kneifen oder unschöne Dellen abzeichnen gehören genauso in den Altkleidersack wie Kleider, die auftragen, Pullis, in denen Sie farblos aussehen oder Röcke, die Ihre Beine optisch verkürzen. Bleiben dürfen wirklich nur die Stücke, die Ihren runden Busen, Ihre durchtrainierten Beine, Ihre schönen Arme, Ihre frische Hautfarbe – oder was immer Sie betonen möchten, auch wirklich zur Geltung bringen. Denken sie vor allem beim nächsten Einkauf daran, wie Sie Glanzlichter effektvoll auf Ihre Vorzüge lenken können.
Richtig Farbe bekennen
Schwarz und Grau sind Farben, die durchaus ihren Chic haben, aber im Alleingang häufig Tristesse verbreiten. Warum erweitern Sie Ihre Palette nicht kräftig und nutzen die Leuchtkraft der Farben für die eigene Ausstrahlung? Vorsicht nur vor dem Papageien-Look! Entscheiden Sie sich lieber für einen Farbton, der Ihnen steht, und setzen sie ihn in mehreren Abstufungen ein oder wählen Sie maximal drei Farben, die gut miteinander harmonieren. Berücksichtigen Sie dabei auch die Farbgebung von Modebegleitern wie Taschen, Schuhen, Brillen, Schmuck, Lidschatten und Lippenstiften.
Wer vom Scheitel bis zur Sohle nur zwei Farben einsetzt, wirkt meist gut angezogen. Effektvolle Duos sind beispielsweise Rot und Schwarz, Silber oder Gold und Weiß sowie Dunkelblau und Grau. Fachliteratur und Experten helfen Ihnen bei der Suche nach Farbfamilien, die gut zu Ihrem Haut- und Haartyp passen.
Denken Sie immer in Kombinationen! Der Kauf eines tollen Einzelstücks macht nur Sinn, wenn er kein Außenseiter in Ihrem Kleiderschrank bleibt. Überlegen Sie gut, ob Sie andere Teile haben, die in Stil und Farbe zum Neuzugang passen. Besser ist es, sich gleich beim Einkauf passende Ensembles zusammenzustellen oder Teile aus der vorhandenen Garderobe mitzubringen und ihr Repertoire durch passende Stücke zu erweitern.
Mit Liebe zum Detail
Individualität hin oder her – rausgewachsene Dauerwellen, abgelaufene Absätze, oder behaarte Beine gehen gar nicht. Gerade Frauen, die nicht mehr jung sind, dürfen ihr Äußeres nicht vernachlässigen. Auch das schönste Kleidungsstück verliert an Wirkung, wenn der Rahmen nicht stimmt.
Gönnen sie sich also regemäßig Besuche beim Friseur und pflegen sie Haut und Nägel. Achten Sie auf störende Details wie schiefe Absätze, gelöste Säume oder lose Knöpfe und bringen Sie sie diese gleich in Ordnung. Auch kleine Budgets sind keine Entschuldigung für einen Mangel an Sorgfalt. Zeiten, in denen wir auch mit abgekauten Fingernägeln, verfärbten Kleidern und ungekämmten Haaren einfach umwerfend aussahen, sind vorbei – zum Glück!
Renaissance der Eleganz
Einst war die Straße der größte und wichtigste Laufsteg der Welt. Vor allem Damen verbrachten viele Stunden beim Friseur oder vor dem Spiegel, bevor sie sich gut zurechtgemacht und mit perfekt abgestimmten Ensembles ihrem Publikum zeigten. Heute sind die meisten Frauen berufstätig, häufig zusätzlich Mütter, und führen ein Leben, das wenig Zeit lässt für den großen Auftritt. Trotzdem – manchmal sehnen wir uns nach der Rückkehr der Eleganz und zumindest bei besonderen Anlässen sollten wir die Grande Dame wieder in unser Leben lassen. Es fühlt sich einfach ganz anders an, wenn wir im Abendkleid statt in Hose und Pulli das Opernfoyer betreten. Unser Kommen wird erst zum Auftritt, wenn die Handtasche zu den Schuhen passt und die Haare schön frisiert sind. Gönnen Sie sich ab und an ein bisschen was von der Eleganz einer Audrey Hepburn, der Anmut einer Grace Kelly oder der Zeitlosigkeit einer Coco Chanel.
Modemut statt Verzweiflung
„Ab 40 ist der Minirock passé“. „Mit 50 darf das Dekolletee nicht zu tief sein“. Formeln wie diese schaffen Barrieren im Kopf, die unsere Freude an der Mode einschränken. Statt unseren Körper mit unsichtbaren Haltbarkeitsetiketten zu bekleben, sollten wir uns überlegen, was wir tatsächlich zeigen möchten und wie wir uns wohl fühlen. Zwanghafter Jugendkult steht wohl niemandem gut, aber wenn Sie mit festen schlanken Beinen gesegnet sind, dürfen Sie diese ruhig auch zeigen.
Glücklicherweise gibt es heute viele, die sich nicht an die ungeschriebenen Modegesetze für Frauen „ab einem gewissen Alter“ halten. Popstar Nena, die als zweifache Oma noch Cover-Modell des Otto-Katalogs wurde und damit vielen jungen schönen Frauen den Rang ablief, repräsentiert mit Nieten, Leggings und Glitzershirt einen Look, der auch heute noch zu ihrer Persönlichkeit passt. Nicht jedem gefällt’s, viele aber sind begeistert über so viel Ausstrahlung, Lebenslust und Modemut. Nena ist nur ein Beispiel für einen ganz neuen Umgang mit Mode in den besten Jahren.
Glücklicherweise sind auch Sie jetzt in einer Lebensphase, in der Sie es nicht mehr allen Recht machen müssen. Sie selbst bestimmen, wer Sie sind und mit welchem Kleidungsstil Sie Ihrem Publikum entgegentreten möchten.
Schildern Sie nachfolgend welche Erfahrungen Sie zum Thema Mode gemacht haben.

Artikel (auf Englisch) im V-Magazine 2010/2011 über Jane Fonda, Susan Sarandon, and Sigourney Weaver
Die andere Pespektive: Modellagentur für 45+, für diejenigen, die gerne einmal im Rampenlicht stehen möchten
Stern Artikel "Sechs Prominente 50+ so in Szene gesetzt, wie sie sich selbst sehen"









