Häufig vernachlässigt: Altersvorsorge bei Frauen
Bearbeitet von: Hannoversche Leben
Die gesetzliche Rente von Frauen ist im Durchschnitt wesentlich niedriger als die von Männern:
Erhalten Männer im Durchschnitt Altersrenten in Höhe von 970 Euro/West bzw. 1.044 Euro/Ost sind es bei Frauen nur 473 Euro/West bzw. 676 Euro/Ost. (Stand 31.12.2008, Deutsche Rentenversicherung, Berlin, Statistische Analyse, Ergebnisse auf einen Blick, Ausgabe Juli 2009)
Geringere Einkommen, Ausstieg aus dem Beruf wegen Kindererziehung, Teilzeitarbeit oder geringfügige Beschäftigungen lassen die Alterseinkünfte schrumpfen. Dennoch beschäftigen sich Frauen noch viel zu selten mit dem Thema „Finanzen im Alter“.
Unterschiedliche Versorgungsvoraussetzungen
Durch die in Partnerschaften häufig bestehende Rollenverteilung ist es oftmals der
Mann, der den finanziellen Part und damit auch die Absicherung fürs Alter übernimmt. Frauen vergessen dabei vielfach, dass ihnen beispielsweise bei einer Scheidung und erneuter Heirat des Mannes oder im Todesfall nur Teile der gemeinsamen Altersvorsorge zur Verfügung stehen.
Besonders empfehlenswert für teilzeitbeschäftigte Frauen - Riester
In der Praxis ist ein Riester-Vertrag die klassische zusätzliche Versorgung für
Frauen, die den Kindern zuliebe in Teilzeit oder gar nicht arbeiten, da er sich bereits ab einem geringen Einkommen lohnt, z. B. für Alleinerziehende oder Mütter in Elternzeit. Mit relativ niedrigen eigenen Beiträgen (4 % der Einnahmen des Vorjahres, aber mindestens 60 Euro jährlich) erhält man kräftige Zulagen (pro Jahr: 154 Euro Grundzulage und 185 Euro Kinderzulage je Kind bzw. 300 Euro für jedes Kind, das ab 2008 geboren wurde) vom Staat. Riesterberechtigt sind Pflichtmitglieder in der gesetzlichen Rentenversicherung, Beamte, Richter, Soldaten und deren jeweilige Ehepartner.
Für selbstständige Frauen - Rürup
Selbstständige - egal ob in Voll- oder Teilzeit - sollten sich in jedem Fall mit ihrer eigenen Altersabsicherung beschäftigen. Wer nicht Pflichtmitglied in der Rentenversicherung oder einem Versorgungswerk ist, muss ein alternatives, steuerlich gefördertes Produkt zur Altersvorsorge finden und sich vorher Gedanken um die Höhe des Versorgungsbedarfs machen.
Für Selbstständige und alle, für die ein Riester-Vertrag nicht infrage kommt, bietet sich z. B. der Abschluss einer Rürup-Rente an. Im Jahr 2009 sind von den gezahlten Beiträgen sind in 68 % steuermindernd zu berücksichtigen, soweit der Höchstbeitrag für Altersvorsorgebeiträge noch nicht ausgeschöpft ist. Da die Berechnung dafür relativ komplex ist, sollten sich Interessierte im Vorfeld umfassend beraten lassen.

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Die Bilanz: Test der Stiftung Warentest Frauen im Gespräch zur Altersvorsorge
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