Die motorische Fähigkeit
Kraft hat einen wichtigen Stellenwert innerhalb des Gesamtkomplexes der Motorik, denn erst muskuläre Krafteinsätze können Bewegungen, wie Ziehen, Schieben, Drücken, Halten und Tragen ermöglichen. Auch die Haltung des Körpers ist ein Ausdruck von Kraftarbeit. Die Stütz- und Haltemuskulatur wird gefordert und kräftige und leistungsfähige Muskeln stabilisieren, schützen und bewegen die Wirbelsäule sowie die Gelenke des Körpers. Eine Steigerung der Kraft garantiert folglich eine bessere Tauglichkeit für Belastungen des Alltags und sichert eine positive Beeinflussung körperlicher Beschwerden, die durch ein muskuläres Defizit entstehen. So bestimmen präventive und rehabilitative Aspekte die Hauptintention für ein Krafttraining, doch auch eine Kontrolle des Körpergewichts oder die Reduktion des Körperfettanteils sind durch ein gezieltes Krafttraining garantiert und werden sogar erleichtert!

In der Tiefe liegt die Kraft!
Wenn die Kräftigung der Rückenmuskulatur gewünscht ist, muss bedacht werden, dass die Stabilisation der Wirbelsäule nicht nur durch die sichtbaren Rückenmuskeln gewährleistet wird, sondern in erheblichem Maße von der tiefer liegenden Rückenmuskulatur abhängig ist! Diese autochtone Rückenmuskulatur (Rumpfaufrichter, Musculus erector spinae) ist für die Streckung der Wirbelsäule zuständig und kann als ein komplexes System an überlappenden Muskelfaserzügen verstanden werden. Die kurzen, kräftigen Muskeln ziehen von Wirbelkörper zu Wirbelkörper. Sie richten die Wirbelsäule auf und verbinden die Dorn- und Querfortsätze der Wirbel.
Das Besondere ist, dass diese Muskeln sich vor der eigentlichen Bewegung anspannen und nicht willentlich angespannt werden können – sie reagieren reflektorisch und langes Sitzen kann diese Reaktionsfähigkeit sogar beeinträchtigen! Ein klassisches Gerätetraining ist also nicht ausreichend. Es müssen im Training Übungen mit dem Gymnastikball, dem Flexibar, einem Wackelbrett oder einem Sportkreisel ausgewählt werden, denn ein instabiler Untergrund oder kleine Dreh- und Seitbewegungen des Rumpfes während der Stabilisierung des Körpers zur korrekten Übungsausführung garantieren die Aktivierung der Tiefenmuskulatur.
Auch Yoga- und Pilates-Kurse trainieren diese Muskelschicht, der eigene Körper fungiert als wichtigstes Trainingsgerät und wird bei langsamen, aber sehr intensiven Übungen aktiviert.
Ohne einen starken Bauch macht der Rücken schlapp!
Neben der Rückenmuskulatur ist auch der Bauch ganz wesentlich an einer Stabilisierung des Rückens beteiligt und ein Training aller vier Bauchmuskeln müssen sicherstellen, dass die Wirbelsäule in ihrer Funktionsweise unterstützt wird. Nur so kann eine Stützfunktion der menschlichen Skeletts als Zentrum des Bewegungs- systems, ein Puffer- und Stoßdämpferfunktion und eine aufrechte Haltung ohne Schmerzen gewährleistet sein!
Die positiven Effekte des Krafttrainings:
Prävention und Rehabilitation
- Vorbeugung von Rückenbeschwerden, Haltungsschwächen, Osteoporose und muskulären Dysbalancen
- Kompensation des altersbedingten Kraftverlustes
- Stabilisierung des passiven Bewegungssystems, Erhöhung der Festigkeit und Belastbarkeit von Bändern, Knochen und Knorpel
- Verringerung des Verletzungs- und Verschleißrisikos im Alltag und beim Sport
- Erhalt und Verbesserung der Leistungsfähigkeit und der Belastbarkeit des Stütz- und Bewegungssystems
- Beschleunigung der Rehabilitation nach Verletzungen
- Kompensation von Überlastungs- und Abnutzungsschäden (z. B. Arthrose)
Körperformung
- Profilierung der Muskulatur
- Unterstützung der Körperfettreduktion und einer geplanten Gewichtsreduktion
- Unterstützung einer geplanten Gewichtssteigerung bei untergewichtigen Personen

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