Body Mass Index - Stimmt Ihr Gewicht?

Bearbeitet von: Redaktion Erfahrungsschatz.net

 

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren bereits im Jahr 2005 insgesamt 58% der erwachsenen Männer und 42% der erwachsenen Frauen in Deutschland übergewichtig.

Übergewicht wird nach dem so genannten Body-Mass-Index (BMI) bestimmt. Der BMI berechnet sich aus dem Körpergewicht [kg] geteilt durch das Quadrat der Körpergröße [m2].

Die Formel lautet: BMI = Körpergewicht : (Körpergröße in m)2.

 

BMI erklärt

Die Weltgesund­heits­organisation stuft Erwachsene mit einem Body-Mass-Index über 25 als überge­wichtig, mit einem Wert über 30 als stark übergewichtig ein. So gilt beispielsweise ein 1,80 Meter großer Erwachsener ab 81 Kilogramm als übergewichtig und ab 97 Kilogramm als stark übergewichtig (Adipositas).

 

Alter und Geschlecht spielen bei der Interpretation des BMI eine wichtige Rolle. Männer haben in der Regel einen höheren Anteil von Muskelmasse an der Gesamtkörpermasse als Frauen. Deshalb sind die Unter- und Obergrenzen der BMI-Werteklassen bei Männern etwas höher als bei Frauen. So liegt das Normalgewicht bei Männern laut DGE im Intervall von 20 bis 25, während es sich bei Frauen im Intervall von 19 bis 24 befindet.

 

Beispiele:
Eine Frau ist 56 kg schwer, 20 Jahre alt und 1,70 m groß. Ihre Körpermassenzahl errechnet sich wie folgt: 56 kg / (1,7 m · 1,7 m) ≈ 19,38 kg/m² ⇒ Normalgewicht.
Ein Mann ist 1,76 m groß, 32 Jahre alt und 78 kg schwer. Seine Körpermassenzahl beträgt 78 kg / (1,76 m · 1,76 m) ≈ 25,18 kg/m² ⇒ Präadipositas.

 

Notwendigkeit einer medizinischen Behandlung

Eine medizinische Behandlung ist laut der Deutschen Adipositas Gesellschaft bei einem BMI zwischen 25 und 29,9 nur notwendig, wenn zusätzlich übergewichtsbedingte Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2 oder Hypertonie, ein abdominales Fettverteilungsmuster oder sogar psychosozialer Leidensdruck vorliegen.

Erst ab einem Body Mass Index (BMI) von 30 und darüber muss immer eine Therapie erfolgen. Dabei sollten sie beachten, dass abhängig vom Alter (ein über 50 jähriger ist mit einem BMI von 27 noch im Normalbereich) und dem Geschlecht  (Der BMI für Frauen liegt regelmäßig etwas unter dem der Männer) individuell zu entscheiden ist, ob Ihr BMI eine Therapie notwendig macht.

 

Aussagekraft des BMI

Der BMI gibt lediglich einen groben Richtwert an und ist umstritten, da er die Statur eines Menschen und die individuell verschiedene Zusammensetzung des Körpergewichts aus Fett- und Muskelgewebe naturgemäß nicht berücksichtigt. Auf Grund der unspezifischen Ausgangsgröße Gewicht kann der BMI keine Aussage darüber machen, ob beim jeweiligen Körpergewicht ein überproportionaler Fett- (Übergewicht, Adipositas) oder Muskelanteil (vgl. Bodybuilder) vorliegt, also der betroffene Mensch übergewichtig oder muskulös ist. Diese Unterscheidung ist aber hinsichtlich des Aussagewertes zentral, so dass der BMI-Wert − neben der Ergebnisverzerrung bei steigender Körpergröße und ähnlicher Statur − nur begrenzt anwendbar bzw. aussagefähig ist. Aus diesem Grunde sollte bei der Beurteilung grundsätzlich auch der Körperfettanteil gemessen und berücksichtigt werden.

 

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