Schlecht geschlafen?
Bearbeitet von: DAK Unternehmen Leben
„Du siehst blass aus, bist du krank?“ – „Nein, ich hab nur schlecht geschlafen.“ Wer nachts mit Schlafproblemen kämpft und am Tag müde, unkonzentriert und antriebslos ist, bezeichnet sich nicht zwangsläufig als krank.

Bei einzelnen unruhigen Nächten ist das auch angemessen. Doch viele Menschen leiden regelmäßig darunter, dass sie nachts nicht richtig zur Ruhe kommen. Das zeigt der Gesundheitsreport der DAK. Die Hälfte der Befragten kennen das Problem aus eigener Erfahrung. Umgerechnet auf die erwerbstätige Bevölkerung sind das rund 20 Millionen Betroffene. Rund vier Millionen davon leiden unter schweren Schlafstörungen und sind in ihrem Alltag stark beeinträchtigt. Weil sie kaum noch eine Nacht durchschlafen können, quälen sie sich jeden Tag übermüdet durch ihren Job.
Wer nicht schläft, sündigt
Unser Schlaf gleicht einer Achterbahnfahrt: von maximaler Entspannung im Tiefschlaf bis zu höchster Aktivität in den Traumphasen. In gerade einmal 90 Minuten durchlaufen wir diese Extreme, Erwachsene vier- bis sechsmal pro Nacht.
Der Körper braucht sein nächtliches Regenerationsprogramm, um gesund und leistungsfähig zu bleiben. Denn während der Nachtruhe laufen viele lebenswichtige Prozesse ab.
Zum Beispiel schüttet das Gehirn im Tiefschlaf ein Wachstumshormon aus, das die Bildung neuer Zellen anregt. Dadurch können Wunden heilen und Knochen wachsen. Haut und Organe erneuern sich. Außerdem vernetzt das Gehirn seine Nervenzellen neu, um die Eindrücke des Tages dauerhaft zu speichern. Dabei verinnerlicht es auch motorische Fähigkeiten wie Klavierspielen oder Fahrradfahren. Schlafen hält sogar schlank. Denn während der Nachtruhe schütten unsere Fettzellen das Hormon Leptin aus. Das verhindert, dass der Körper nachts Hunger verspürt.
Umgekehrt bedeutet das: Zuwenig Schlaf macht krank. Wer weniger als sieben Stunden pro Nacht schläft, bekommt dreimal so häufig eine Erkältung wie andere Menschen. Personen mit anhaltenden Schlafproblemen leiden häufiger an Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Schlechter Schlaf, Auslöser für ernsthafte Erkrankungen
Wer regelmäßig schlecht schläft, ist nicht nur in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Auch Immunsystem und Stoffwechsel reagieren darauf, wenn die regenerierende Wirkung des Schlafs langfristig gestört ist. Vielen Betroffenen ist nicht klar, dass chronische Schlafbeschwerden die Gefahr von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen, Infektionen den Weg bereiten und zu depressiven
Erkrankungen führen können.
Doch nicht nur die Gesundheit leidet, wenn der Schlaf zu kurz kommt. Auch die Leistungsfähigkeit im Job ist erheblich beeinträchtigt, wenn Menschen unausgeschlafen und erschöpft ihre Arbeit beginnen. Die wirtschaftlichen Folgen lassen sich nicht genau beziffern. Fest steht jedoch: Viele berufliche
Fehlentscheidungen und Arbeitsunfälle gehen auf Schlafmangel zurück oder werden dadurch begünstigt. „Wer bei der Arbeit regelmäßig auf hohem Level
Leistungen erbringt, braucht gesunden und erholsamen Schlaf“, sagt Prof. Dr. h.c. Herbert Rebscher, Vorstandsvorsitzender der DAK.

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Die Pressemappe "Die übermüdete Gesellschaft" liefert in verschiedenen Artikeln neue Erkenntnisse zu Ursachen und Behandlung von Schlafproblemen.









