Haben wir ein Recht auf Rausch?

Bearbeitet von: Redaktion Erfahrungsschatz

 

Mehr als 100 Liter Bier und rund 20 Liter Wein versaufen die Deutschen pro Jahr. Laut einer OECD-Studie liegen wir dabei noch im weltweiten Mittelfeld, knapp über dem internationalen Durchschnitt.

 

Saufen bis der Arzt kommt

Dafür entdeckt unsere Jugend zunehmend den Vollrausch. Die exzesswillige Gruppe gibt den Ton an, der Einzelne verträgt die raue Menge nicht und landet nicht selten mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus. Laut einem Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung ist die Zahl von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die aufgrund von Alkoholkonsum vollstationär behandelt werden mussten, in den letzten Jahren deutlich gestiegen: Öffentliche Plattformen wie Youtube digitalisieren die Rauschzustände. Vom Handy direkt ins World Wide Web. Wer „Komasaufen“ ins Suchfeld eingibt, findet zahlreiche – höchst private – Dokumentationen des Exzesses.

 

Talkmeister Günther Jauch diskutierte mit Gästen über unser liebstes Rauschmittel. „Die Trinker-Republik – unterschätzen wir die Volksdroge Alkohol?“, lautete das Thema einer kontrovers-diskutierten Sendung. Während mancher Diskussionsteilnehmer ein Recht auf den berauschten Genuss forderte, zeigten sich andere als reuige Sünder, nachdem sie selbst schlimme Folgen ihres Alkoholkonsums erlebt hatten.

 

Der Philosoph Rober Pfaller verteidigt dagegen Zustände des Rausches. Sein Buch „Wofür es sich zu leben lohnt“ ist geradezu ein Plädoyer für mehr Maßlosigkeit.„Glücklich sind wir, wenn wir mit Freunden trinken, rauchen, tanzen bis zum Umfallen“ sagt er in einem Spiegel -Interview. „Wir sollten nicht den Tod fürchte, sondern das schlechte Leben.“

 

Die Ernüchterung der Blumenkinder

Die Blumenkinder der Sechziger entdeckten den Rausch als bewusstseinserweiterndes Mittel, das allzu enge Denkbarrieren beseitigen sollte. LSD und Haschisch wurden salonfähig, härtere Drogen folgten. Nachdem das Flower-Power-Jahrzehnt aber viele Drogenopfer beklagen musste, trat schnell Ernüchterung ein. Die Drogenproblematik trat ins öffentliche Bewusstsein, eine ganze Generation las die Fixer-Geschichte „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“.

 

Die Grundidee aber, durch Drogen neue Bewusstseinszustände zu erreichen,  war nicht neu. Insbesondere Naturvölker ritualisieren den Rausch und geben ihm eine religiöse Komponente. Die Schamanen etwa nutzten psychedelische Drogen, um Kontakt zur Götter- und Geisterwelt aufzunehmen.

 

Haben wir ein Recht auf Rausch? Oder gehen wir zu leichtfertig mit dem Genuss von Alkohol und legalen Drogen um? Wie sind Ihre Erfahrungen?

 

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