Technik im Kinderzimmer
Bearbeitet von: Redaktion Erfahrungsschatz
Einige Kinderzimmer haben sich in Hochburgen der Technologie verwandelt. Fernseher, DVD-Player, Playstations und Smartphones entführen unseren Nachwuchs in eine High-Tech-Oase. Die neue Form der Kindheit ruft viele Kritiker auf den Plan - aber auch Verteidiger.

Das Internet – Nachhilfelehrer und Zeitfresser
Während Philosophen wie Richard David Precht dafür pladoyieren, Kinder nicht zu früh alleine ins Internet zu lassen, preisen andere die pädagogischen Fähigkeiten des World Wide Web.
In der Tat können herkömmliche Lehrbücher kaum mehr mit den hochkomplexen virtuellen Nachschlägewerken mithalten. Online-Enzyklopädien wie Wikipedia punkten mit Schautafeln, Lehrvideos und weiterführenden Links. Virtuelle Vokabel- und Grammatiktrainer geben guten kostenlosen Nachhilfeunterricht und Mediatheken versprechende spannende Einblicke in Felder wie Geschichte, Erdkunde oder Philosophie.
Aber natürlich sitzt unser Nachwuchs nicht vorrangig vor dem Monitor, um Vokabeln zu pauken, Begriffe nachzuschlagen oder Geschichtswissen aufzufrischen. Die pure Vergnügungssucht treibt viele nach der Schule zum heimischen virtuellen Spielplatz. Es wird geglotzt, gechattet, gedaddelt (neudeutsch für Computerspielen) und gesurft, was das Zeug hält.
Mangel an Bewegung und echter Nähe?
Anstatt zu toben oder Sport zu treiben, hocken die Heranwachsenden lieber vor dem Bildschirm. Die Folgen: Mehr als 80 Prozent der 11- bis 15-Jährigen bewegen sich nicht ausreichend, wie eine OECD-Studie ergab. Schon jedes siebte Kind in Deutschland gilt als übergewichtig, viele leiden unter motorischen Störungen und Verhaltensauffälligkeiten.
Findet das Leben zunehmend vor dem Bildschirm statt? Soziale Netzwerke wie Facebook oder SchülerVZ sind besonders bei Jugendlichen enorm beliebt. Hier werden, News ausgetauscht, Partys angekündigt und Bilder veröffentlicht. Der allzu saloppe Umgang mit Inhalten hat aber seine Tücken: Einmal veröffentlichte Daten werden vervielfältigt, gespeichert und von Suchwerkzeugen gesammelt – das Internet vergisst nie! Freizügige Fotos von der letzten Partynacht könnten so bei der Suche nach dem Ausbildungsplatz zum Verhängnis werden. Wenn der Arbeitgeber in spe sie ergoogelt, sinken die Chancen auf die Lehrstelle.
Facebook und Co. - ein gesellschaftliches Muss?
Andrerseits sind Netzwerke heute oft wichtiger Part des sozialen Lebens, ein Verbot verhindert die Teilnahme am gesellschaftlichen Austausch. Experten raten eher zu Aufklärung statt Verbannung.
Wie sind Ihre Erfahrungen? Macht es Sinn, Kinder frühzeitig an den Umgang mit Computern zu gewöhnen? Fördern Computerspiele Reaktionsvermögen oder sind sie bloße Zeitverschwendung? Ist es wichtig, dass unsere Kinder ein Handy tragen, damit wir wissen, wo sie stecken? Spielen unsere Kinder überhaupt noch miteinander oder wird das Spiel zunehmend eine einsame Angelegenheit zwischen Individuum und Gerät? Bleiben die echten sozialen Kontakte auf der Strecke oder sind Facebook und Co. nur eine Bereicherung im Austausch?










