Handy-Ortung: Gutes Gefühl für Sportler

Bearbeitet von: Redaktion Erfahrungsschatz.net

Er lag mehrere Stunden verletzt im Wald, bevor Spaziergänger ihn fanden und sofort den Notruf alarmierten. Roland S. war beim Joggen über eine Wurzel gestolpert und so unglücklich gestürzt, dass er sich den Oberschenkel brach und nicht mehr aufstehen konnte. Verzweifelt suchte er in der Tasche nach seinem Mobiltelefon ...

Gerade beim Joggen, Radfahren oder Skaten sollte man immer sein Handy mit sich führen. Baumwurzeln oder Schlaglöcher sind nach Einbruch der Dunkelheit oder im Nebel schnell übersehen. Auch feuchtes Laub ist heimtückisch. Leichte Blessuren lassen sich noch ohne fremde Hilfe bewältigen, bei größeren Verletzungen ist dies aber nicht mehr so einfach. Nach einer einer Knöchelverstauchung, einem Bänderriss oder einem Bruch, ist es fast unmöglich eine größere Strecke alleine zurück zu legen. Zudem kann ein zu spätes Eingreifen den Heilungsprozess stark verzögern.


Neue Notrufverordnung: Schnelle Hilfe per Ortungsfunktion

Das Telefon ist für viele nicht nur unterhaltsame Musikbox, sondern allem auch mobile Notrufsäule mit besonderen Fähigkeiten. Eine Möglichkeit, verletzte Sportler  ausfindig zu machen, ist die so genannte Handyortung.
Die meisten Handys kommunizieren über das GSM-Netz, d.h. über Mobilfunkmasten. Die Geräte nehmen in regelmäßigen zeitlichen Abständen Kontakt zu den nächstgelegenen Masten auf und diese geben wiederum die Standortdaten an den Telefonnetzanbieter weiter. Das machen sich Ortungsdienste zu Nutze. Dabei wird angegeben, bei welchem Mobilfunkmast sich das Handy zuletzt eingewählt hat. Da Mobilfunkmasten unterschiedlich dicht positioniert sind, variiert die Genauigkeit der Ortsangaben je nach Region.
Vorausetzung für eine Ortung ist in jedem Fall, dass das Handy eingeschaltet ist.

Die Handyortung ist deshalb so wichtig, weil viele der Notrufenden die eigene Position nicht genau benennen können, schon gar nicht unterwegs auf freiem Feld. Rettungskräfte müssten den Unfallort dann erst mühsam suchen, wobei wertvolle Zeit verstreichen kann. Mittlerweile können beim Eingehen eines Notrufs die Handys der Anrufer lokalisiert werden.

Die Handyortung funktioniert auch, wenn der Handy-Besitzer nicht mehr reaktionsfähig ist, etwa wenn ein Angehöriger nach ihm sucht und den Notruf alarmiert. Die Notrufleitstellen können die Position des Handys bzw. des Verletzten dann orten. In ländlichen Gebieten kann diese Lokalisierung aber eher ungenau sein. Seitdem sind die Notrufleitstellen (Notruf 112) in der Lage, Handys im Notfall bis auf 20m genau zu Orten. Noch bis Anfang 2009 mussten Handybesitzer einer Ortung zustimmen, dieser Dienst war nur bei vorheriger Registrierung der Handynummer möglich. Mit der seit März 2010 gültigen Notrufverordnung ist das nicht mehr nötig.

Notruf 112 europaweiter Standard

Die Notrufnummer 112 ist inzwischen europaweit standardisiert und ein Anruf läuft automatisch bei der nächstgelegenen Rettungsleitstelle auf. Voraussetzung dafür ist ein Mobiltelefon mit eingesetzter Karte, der sogenannten SIM. War das Absetzen von Notrufen in der Vergangenheit auch ohne SIM möglich, so funktioniert dies seit 1. Juli 2009 nur noch mit aktiver Karte, um Notrufmißbrauch zu verhindern.

Wissenswertes

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. gibt Ihnen Tipps zum Thema Handy-Ortung für den Notfall. Auch die Björn Steiger Stiftung hilft Ihnen im Notfall mit einer sofortigen kostenlosen Mobilfunk-Ortung.

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