iShare Gossip & Co. - was kann man gegen Mobbing tun?

Bearbeitet von: Redaktion Erfahrungsschatz.net

 

Was ist überhaupt los in unserer Gesellschaft? Das Portal iShare Gossip (zu Deutsch: Ich teile Klatsch mit anderen) wurden eigens errichtet, um anonyme Lästereien an Schulen zu ermöglichen. Aufgeteilt in Kategorien nach Bundesland, Stadt und Schule wurde es in erster Linie zur Plattform für Demütigungen. Die Peiniger beleidigen, bedrohen, stellen bloß oder mobben – ohne jegliche Konsequenzen. Die Opfer dagegen stehen unter enormem Leidensdruck. Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die – leider noch unbekannten – Betreiber.

 

Schon früher gab es Kinder und Jugendliche, die andere ausgrenzten, denunzierten oder quälten. Neu ist, mit welcher Raffinesse sie die Anonymität, Bildgewaltigkeit und Geschwindigkeit des Internet nutzen. Auch Facebook wird oft zum Marktplatz für Lästereien und Bloßstellungen. Bekannt wurde etwa der Fall des 13-jährigen Joel, der sich nach Mobbing-Attacken aus dem Netz selbst das Leben nahm.

Schon aber formiert sich der Widerstand. Portale wie Schüler-gegen-Mobbing.de oder Bürger gegen Mobbing machen mobil gegen die Ohnmacht. Auch bei Facebook formierte sich die Gruppe: „I don’t Share Gossip“ und konnte bereits mehr als 1.000 Mitglieder gewinnen. Auch die Polizei stuft Cyber-Mobbing nicht als Kavaliersdelikt ein und startet Initiativen zur Bekämpfung dieser neuen Form von Kriminalität.

Die Affäre Strauss-Kahn

Im Zweifel für den Angeklagten, so heißt es. Die Bilder des verhafteten Strauss-Kahn oder des Moderators Jörg Kachelmann erzählen eine andere Geschichte …
IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn wurde bereits als nächster französischer Präsident gehandelt. Dann folgte die spektakuläre Festnahme am Flughafen von New York. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, ein Zimmermädchen zum Sex gezwungen zu haben. Der Prozess hat noch nicht begonnen, die Bilder aber, die den verhafteten und öffentlich vorgeführten Strauss-Kahn zeigen, vernichten bereits seine jetzige Karriere – völlig unabhängig von Schuld oder Unschuld. Die ersten Spekulationen werden in einigen Medien schnell zur Tatsache. Schlagzeilen wie „Absturz des gierigen Sex-Bankers“ oder „ Krimi um Skandal-Banker“ fällten Urteile. Das chinesische Fernsehen fühlte sich gar zu einem Animationsfilm inspiriert, der die mutmaßliche Vergewaltigung nachstellte.

 

Der Fall Kachelmann

Nicht besser erging es dem deutschen Moderator Jörg Kachelmann. Jahrelang galt er als freundlich-symphatischer Wetterexperte. Mittlerweile verbindet jeder nur die ungeheuren Vergewaltigungsvorwürfe mit seinem Namen. Ein Medientribunal urteilte vor dem eigentlichen Urteil. Unvorstellbar, dass Kachelmann ins öffentlich-rechtliche Fernsehen zurückkehren darf. „Diese Menschen, die mal so vorgeführt werden, die sind ruiniert in gewisser Weise", sagt Gisela Friedrichsen, Gerichtsreporterin beim Spiegel, in einem Interview.
Die Mühlen der Justiz mahlen langsam, die Medien dagegen verbreiten immer schneller ihre Nachrichten– nicht immer zu Gunsten der Betroffenen. Das öffentliche An-den-Pranger-stellen nimmt im Zeitalter des Internets ganz neue Dimensionen an. Mit irrsinniger Geschwindigkeit werden Bilder verbreitet und lassen wenig Raum für eine sachliche Prüfung der Fakten.

Wir sind sehr gespannt auf Ihre Erfahrungen. Kennen Sie selbst Fälle von Rufmord, Vorverurteilung oder (Internet)- Mobbing? Wie kann man sich dagegen wehren?

 

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