Was ist typisch deutsch?

Bearbeitet von: Redaktion Erfahrungsschatz

 

(Eine nicht ganz ernst gemeinte Zusammenfassung …)

Das Sommermärchen machte es möglich. Die Deutschen winkten fröhlich ihre schwarz-rot-goldenen Fahnen und präsentierten sich als sympathischer und weltoffener Gastgeber. Selbst das Wetter zeigte sich freundlich. Endlich gingen Bilder eines lockeren und lustigen Deutschlands um die Welt …

Lange dominierte das Bild des hässlichen Deutschen die Wahrnehmung. Der unverbesserliche Nazi, der Asylantenwohnheime in Brand steckt. Der Ballermann-Deutsche, der sich schon im Flieger betrank, um gröhlend auf die spanische Insel einzufallen.

 

Der beliebteste Staat der Welt

Wir können aber auch anders! Laut einer Studie der BBC sind wir weltweit der beliebteste Staat – schon zum dritten Mal in Folge. Kein Wunder: Auf uns ist Verlass und wir bauen tolle Autos.

Auf jeden Fall sind wir gesellig und trinken gerne Bier. Das Bild des zünftigen Deutschen, der bevorzugt in Lederhosen gekleidet seine Maß stemmt, bestimmt vor allem im asiatischen Raum das Klischee. Schon kopieren sie in chinesischen Städten unsere Biergärten!

Dabei ist eigentlich Kaffee unser liebstes Getränk. Rund 150 Liter des wahren schwarzen Goldes verbrauchen wir pro Kopf in einem Jahr. Mehr als Wasser.

Wir sind Kanzlerin. Die Emanzipation macht dabei wenig Fortschritte. Frauen verdienen weniger als Männer und in Spitzenpositionen sind sie noch immer Exoten. Die Schwedinnen, Norwegerinnen oder Finninnen sind da wesentlich weiter.

Wir sind Exportweltmeister. Made in Germany gilt weltweit als Qualitätssiegel. Dabei wollten uns die Engländer damit ursprünglich demütigen. Das Vereinigte Königreich führte das Herkunftssiegel Ende des 19. Jahrhunderts ein, um eigene Produkte so besser gegen andere aufstrebende Industrienationen auf dem Markt zu positionieren und vermeintlich minderwertige Importe – zum Beispiel aus Deutschland – abzuwerten. Diese Rechnung ging wohl nicht auf …

 

Chinesen sind fleißiger

Wir sind Arbeitstiere, oftmals Workaholics, immer an der Grenze zum Burnout. Mit durchschnittlich 20 Urlaubstagen liegen wir im europäischen Vergleich weit hinten. Aber bevor wir uns auf die Schulter klopfen: Die fleißigen Chinesen müssen mit 10 Urlaubstagen auskommen und habe weniger Feiertage.

Wir sind sprachbegabt. Auch ohne die Statistik zu Hilfe zu nehmen, merken wir, dass wir beim Small Talk im Ausland wesentlich mehr drauf haben, als beispielsweise unsere französischen oder italienischen Nachbarn. Zumindest bemühen wir uns.

Wir sind Reiseweltmeister! Gerne als Besserwisser mit Strenger-Lehrer-Attitüde unterwegs. Aber andrerseits auch ein wirklich interessierter, weltgewandter und freundlicher Gast.

Wir lieben Italien und die italienische Küche. Dabei haben wir selbst ganz leckere Spezialitäten: Sauerkraut, Grüne Soße, Brezeln, Bratkartoffeln … Und vor allem unser geliebtes Würstchen.

Wir sind Fleischfresser! Mehr als 80 Kilo verdrücken wir im Jahr – mit dramatischen Folgen für Tier und Umwelt. Dabei sind wir eh schon zu dick. Die Franzosen und Italiener sind nicht nur schicker, sondern auch schlanker. Und unsere Kinder leiden an Bewegungsmangel, Karies und Diabetes.

 

Der stillose Deutsche

Dabei haben wir durchaus gesunde Kost, beispielsweise über 300 Brotsorten. Vom Pumpernickel über das Roggengemisch bis hin zum Nussbrot. Eine Vielfalt, die wir spätestens beim Auslandsjahr in den Staaten (wo es nur pappiges Toastbrot gab) schmerzlich vermisst haben.

Wir vertragen einiges. Nicht nur literweise (Hoch-)Prozentiges, sondern auch Niederlagen. Eine Krise ist für uns eine Herausforderung. Okay, wir müssen fürchterlich jammern, während wir uns aus dem Jammertal befreien. Und wenn alles gut läuft, gibt es ja immer noch das schlechte Wetter …

Wir sind schwermütig. Zumindest laufen wir nicht dauergrinsend und Komplimente-verteilend durch die Gegend, sondern überlegen, was wir wirklich gut finden. Schließlich kommen wir aus dem Land der Dichter und Denker. Goethe, Nietzsche, Kant … Nicht zu vergessen, Wagner und Beethoven. Leichte Kost ist was für andere Nationen. Na gut – bis auf die in Deutschland entstandene Techno-Musik mit ihren poppig-bunten Raves.

Wir haben keinen Stil. Das modische Trauerspiel in unseren Fußgängerzonen mag das bestätigen. Aber es gibt ja auch Claudia Schiffer, Nadja Auermann oder Tatjana Patitz. Göttinnen, die uns auch auf dem internationalen Parkett stilsicher repräsentieren, und das schon seit Jahrzehnten.

Wir haben keinen Humor. Wer das behauptet, sollte sich Loriot-Filme oder die Harald Schmidt-Show anschauen. Wir können nämlich durchaus lachen, sogar über uns selbst.

Wir sind umweltbewusst. Wir trennen Müll, dämmen Wände, schalten AKWs ab und mögen Biokost.

Wir sind widersprüchlich. Unsympathisch und liebenswert zugleich. Wir reißen Mauern nieder. Nicht nur die eigenen, sondern auch die in unseren Köpfen …

 

Wie sind Ihre Erfahrungen? Was ist für Sie typisch Deutsch? Welche Erlebnisse machten Sie als Deutscher im Ausland? Welche Vorurteile begegneten Ihnen?

 

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